Das Wochenende vor dem 1.Mai in Wuppertal verbringen !

Gleich zwei politisch sehr spannende Ereig­nisse halten die alte Indus­trie­stadt an der Wupper vom 26. bis zum 28. April mächtig auf Trab : Die #cross_­so­li­da­rity-Tagung der RLS NRW im ADA, bei der gemeinsam mit inter­es­santen inter­na­tio­nalen Referenten und Referen­tinnen neue Perspek­tiven konkreter inter­na­tio­naler Solida­rität entwi­ckelt werden sollen, und das Festpro­gramm des Autonomen Zentrums anläss­lich der Aktivi­täten zu « 40 Millionen Jahre selbst­ver­wal­tete Zentren und soziale Bewegungen » in Wuppertal. Zu beiden Programmen werden viele Besucher von außer­halb erwartet, sodass wir uns auf einen lebhaften Austausch jeder Form im Tal freuen dürfen.

Die internationale Konferenz #cross_solidarity im ADA

Im Rahmen der vom so_ko_wpt unter­stützten Konfe­renz #cross_solidarity wird anhand dreier Themen­felder versucht werden, neue Ansätze für die Verknüp­fung von Bewegungen und ihrer Schwer­punkte zu finden. Dabei soll die in den letzten Jahren feststell­bare trans­na­tio­nale Bezug­nahme verschie­dener Kämpfe und Bewegungen aufein­ander als ein Leitmotiv der Tagung dienen. Die Entwick­lung einer Perspek­tive sich kreuzender und verschrän­kender Solida­rität, die nicht nur Länder­grenzen, sondern darüber­hinaus auch politisch-thema­ti­sche Grenzen überschreitet (aka « cross-solida­rity») steht im Fokus der Tagung, die von der Rosa Luxem­burg Stiftung NRW seit Monaten vorbe­reitet wurde, und für die viele hochka­rä­tige Gäste aus dem inter­na­tio­nalen Spektrum sozialer Bewegungen gewonnen werden konnten.

Die Tagung, die am Freitag, den 26.April um 18:00 Uhr zunächst mit einer großen Auftakt­ver­an­stal­tung in der oberen Etage des ADA (Wiesen­straße 6, Wuppertal-Elber­feld) beginnt, zu der u.a. Christos Giova­no­poulos von Dikaioma aus Athen, Angela Klein (Europäi­sche Märsche gegen Erwerbs­lo­sig­keit und Ausgren­zung), « Kelly » (Inter­ven­tio­nis­ti­sche Linke, Blockupy) und Klaus Hess vom Infor­ma­ti­ons­büro Nicaragua einge­laden wurden, wird am Folgetag, Samstag, den 27.April, mit drei parallel statt­fin­denden Themen-Workshops ab 10:30 Uhr fortge­führt.

In den drei Themen­fel­dern « Arbeit, betrieb­liche Kämpfe », « Migra­tion » und « Recht auf die Stadt, Recht auf Wohnen », disku­tieren die Teilneh­menden in jeweils zwei Workshops (Beginn der zweiten Runden ist um 14:00 Uhr) mit den Einge­la­denen u.a. folgende Themen­be­reiche : « Trans­na­tio­nale Produk­ti­ons­ketten «, « Wir sind alle Mieter der Banken », die « Organi­sie­rung der Unorga­ni­sier­baren », oder « Solida­rität quer übers Mittel­meer ».

Für die verschie­denen Panels sind u.a. Mohan Mani aus New Delhi, Marion Bayer von Welcome2Europe, Zoltán Somogy­vári aus Budapest, Cesare Ottolini aus Padua, Vanesa Valiño aus Barce­lona, Ana Mendez de Andes und Beatriz Garcia aus Madrid, Federico Pacheco von der Landar­bei­ter­ge­werk­schaft Andalu­siens, Riadh Ben Ammar von Boats4People, Sinda Garziz  von Article 13 aus Tunis, Michael Edwards und Pat Turnbull aus London, Hatice Kursuncu von IMECE aus Istanbul, Mag Wompel von « Labournet » und Hagen Kopp von « kein mensch ist illegal » einge­laden worden.

Gemeinsam mit ihnen sollen themen- und länder­über­grei­fende Strate­gien bespro­chen werden. Wie lässt sich der, im Rahmen eines « Klassen­kriegs von oben », in allen Berei­chen zuneh­mend verschärften Krisen­po­litik der Herrschenden effektiv etwas entge­gen­setzen ? Wie können für die Zukunft neue Perspek­tiven des Wider­stands eröffnet werden ? Es besteht die Hoffnung, dass am Wochen­ende vor dem alten « Kampftag der Solida­rität », dem 1.Mai, von Wuppertal aus ein Impuls gesetzt werden kann, der – speziell auch in Deutsch­land – eine neue Wahrnehm­nung des alten Inter­na­tio­na­lismus- und Solida­ri­täts­be­griffs ermög­licht, und so eventuell die Voraus­set­zung für eine neue Dynamik trans­na­tio­nalen Wider­stands schafft.

Folge­richtig schließt die Konfe­renz am frühen Samstag­abend dann auch mit zwei thema­ti­schen Workshops, die die Ergeb­nisse des Tages in konkrete Ideen überführen sollen (jeweils ab 17:00 Uhr). Im, von « Kelly » von der Inter­ven­tio­nis­ti­schen Linken moderierten Teil « Zelten, Streiken und Blockieren : Vom Protest zur Wieder-Aneig­nung » geht es, wenige Tage vor der Neuauf­lage von Blockupy in Frank­furt um konkrete Aktions­formen trans­na­tio­naler Solida­rität. Im zweiten, parallel statt­fin­denen Workshop steht unter der Überschrift « Auf der Suche nach dem Tahrir-Platz des Global Village : Inter­ne­tio­na­lismus als trans­na­tio­naler sozialer Bewegungsort » der Umgang mit den inzwi­schen etwas in die Jahre gekom­menen « neuen Medien » im Mittel­punkt, die  ein unver­zicht­barer Trans­mis­si­ons­riemen trans­na­tio­naler Dynamiken geworden sind. Für diesen Workshop haben übrigens Aktive vom so_ko_wpt die Verant­wor­tung übernommen.

Ergänzt wird die Konfe­renz am Sonntag­mittag (28.April) durch unsere, gemeinsam mit dem AZ organi­sierte Veran­stal­tung zur Entwick­lung einer konkreten Solida­rität mit der griechi­schen Antifa, die sich zuneh­mend verzwei­felt gegen die immer stärker werdenden Nazis der « Goldenen Morgen­röte » wehrt. Die nicht offiziell zum Tagungs­pro­gramm gehörende Veran­stal­tung « Die Dämme­rung vorbe­reiten !» beginnt nach einem gemein­samen Frühstück um 14:00 Uhr. (Ebenfalls im ADA, Wiesen­straße)

Die Tagung #cross-solida­rity erfor­dert eigent­lich eine Anmel­dung und eine Anmel­de­ge­bühr von 15 Euro, in der jedoch die Verpfle­gung durch die Küche des ADA bereits enthalten ist. Kurzent­schlos­sene können selbst­ver­ständ­lich versu­chen hinein­zu­kommen, die Anzahl der Plätze ist aller­dings begrenzt. Für auswär­tige Gäste wird eine Betten­börse angeboten.

Die Tagung mit dem ganzen Programm im Netz, oder in unserem Kalender
Die Anmel­dung kann auf der Homepage der Tagung erfolgen. (Anmel­dung)

Auch die Tagung selbst braucht Solida­rität, insbe­son­dere von gastfreund­li­chen Talbe­woh­ne­rInnen. Nicht alle der auswär­tigen Besuche­rInnen können sich eine Übernach­tung im Hotel leisten ; deshalb wurde beschlossen, eine Betten­börse aufzu­bauen. Wer die Möglich­keit hat, eine oder mehrere Personen in der Zeit von Freitag, dem 26.04. auf Samstag, den 27.04.2013, bzw. in der Nacht zu Sonntag, den 28.04. unter­zu­bringen, wird gebeten, sich per E-Mail und dem Betreff « Angebot Betten­börse » mit den Organi­sa­to­rInnen der Konfe­renz in Verbin­dung zu setzen : inter­na­tio­na­lismus [at] rls​-nrw​.de

« 40 Millionen Jahre Autonome Zentren in Wuppertal »

Zeitgleich mit der inter­na­tio­nalen Tagung der Rosa Luxem­burg Stiftung NRW errei­chen die Aktivi­täten rund um den 40.Geburtstag selbst­ver­wal­teter Struk­turen in Wuppertal ihren Höhepunkt. Das bereits seit einigen Wochen laufende Programm, das auch im Mai noch eine Fortset­zung findet (siehe auch unseren Kalender), verdichtet sich an den beiden Tagen des Wochen­endes vor dem 1.Mai mit zwei tollen Veran­stal­tungen.

Mit beiden soll die Geschichte der jahrzehn­te­langen Kämpfe um selbst­ver­wal­tete Räume im Tal gefeiert werden, die Anfang der neunzehn­hun­dert­sieb­ziger Jahre mit der « ISJ » (Initia­tive selbst­ver­wal­tetes Jugend­zen­trum) begann und mit dem heutigen Haus des Autonomen Zentrums an der Gathe noch lange nicht vorbei ist.

Steht am Freitag­abend, bei der großen AZ-Geburts­tags­feier, ab 19:00 Uhr das Wieder­sehen mit alten und neuen Gefährten und Gefähr­tinnen, der Plausch und die Party mit Konzerten im Mittel­punkt (u.a. treten die Börsen-Beat-Band, Yok aus Berlin, Micro­phone Mafia und die Gorilla Beerkids mit ihrer Live-Punkrock-Karaoke-Show auf den AZ-Bühnen auf), so wird es am Samstag, beim « 6. Trans­ber­gi­schen Triathlon » um den sport­li­chen Vergleich mit Freun­dinnen und Freunden aus anderen Städten gehen. Für alle, denen die Konfe­renz im ADA zu trocken ist, bietet sich der tradi­ti­ons­reiche autonom-sport­liche Wettbe­werb zur Teilnahme an.

Der wird – nach der rausch­haften Party in der Nacht zuvor – eine kaum zu überbie­tende Dramatik entwi­ckeln. Etwa, wenn übermü­dete Kämpfer und Kämpfe­rinnen ab 11:00 Uhr zum « Radrennen auf dem Oelberg » antreten, oder sich die dann schon Ausge­powerten zum Abschluss an das Drachen­boot­rennen auf dem Beyen­burger Stausee heran­wagen. Neben dem zu erwar­tenden Sieg der Wupper­ta­le­rInnen steht dabei – wie gewohnt – auch viel Überra­schendes auf dem Programm.

Beide Ereig­nisse sind nicht nur ein guter Anlass für einen längeren Besuch im Wuppertal, sie sind auch eine wunder­barer Auftakt für die folgenden beiden Demo-Tage, an denen mit der Vorabend-Nacht­tanz­demo am Dienstag, den 30.04. und dem autonomen 1.Mai zweimal in der Elber­felder Innen­stadt für eine andere gesell­schaft­liche Idee demons­triert werden wird.

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Kommt nach vorne ! Autonomer 1.Mai in Wuppertal

Wie jedes Jahr, wird es auch 2013 wieder eine Autonome 1.Mai-Demonstration in Wuppertal-Elber­feld geben. Dieses Jahr ist die Demo sicher ein Höhepunkt der Festi­vi­täten und Aktionen zu „40 Jahren Autonome Zentren in Wuppertal”. Sie steht in Solida­rität mit Tim unter dem Motto „Kommt nach vorne!”. Treff­punkt ist diesmal erst um 17:00 Uhr an der Gathe (Höhe AZ), um zuvor möglichst vielen Menschen ein wie auch immer geartetes Engage­ment gegen den in Dortmund geplanten Nazi-Aufmarsch zu ermög­li­chen. Nach der Demo gibt es – wie immer – ein Straßen­fest auf dem Schus­ter­platz. Wir dokumen­tieren hier den gewohnt ausführ­li­chen Aufruf zum Autonomen 1.Mai in Wuppertal (Quelle):

Heraus zum autonomen 1.Mai in Wuppertal ! Kommt nach vorne !

Autonome 1.Mai Demo, anschl. Straßen­fest auf dem Schus­ter­platz mit Compania Bataclan und Simple Tings – Achtung ! Neue Anfangs­zeit : 17:00 Uhr, Gathe

Vormit­tags : Naziauf­marsch in Dortmund stören, Wupper­taler Nazis an der Anreise hindern…
Kein Platz für Nazis in Wuppertal und sonstwo !

Solida­rität mit Tim ! - Schluss mit der Krimi­na­li­sie­rung von Antifaschist*innen

Linke Zentren und Struk­turen erkämpfen und vertei­digen ! Das AZ bleibt auf der Gathe !

Keine Strom­sperren ! Keine Krimi­na­li­sie­rung von „Schwarzfahrer*innen“!

Für das gute und schöne Leben, für alle !

Freiheit und Glück für Sonja und Chris­tian !

So viele Dinge die versalzen uns das Leben. Nimm die Bullen, nimm die Schulden, nimm den Regen!!“ (Fried­rich E.)

Überall auf der Welt sehen wir Menschen kämpfen ! Menschen, die das Los, das sie tragen sollen, nicht mehr tragen wollen. Wir sehen sie in China, Mexiko, Ägypten, Bahrain und Tunesien, in Spanien und Griechen­land. Auch wenn dort nicht immer nur unsere Freund*innen am Werk sind, so sind es doch genug, um zu wissen, dass nichts fest geschrieben, dass immer noch alles möglich ist, dass alles anders werden kann.

Das können wir auch oft genug in unseren „kleinen“ Kämpfen sehen und erleben.
Wie vor 40 Jahren ! Autonome, selbst­ver­wal­tete Zentren und Struk­turen erkämpfen, vertei­digen und weiter­ent­wi­ckeln !

Als Autonome und undog­ma­ti­sche Linke können wir in Wuppertal dieses Jahr auf mindes­tens 40 Jahre sozialer Ausein­an­der­set­zungen und starker sozialer Bewegungen zurück­bli­cken. Integraler Bestand­teil dieser Kämpfe waren immer autonome und selbst­ver­wal­tete Zentren, besetzte Häuser und Buch- und Infoläden. Sie waren bei allen Problemen und Rückschlägen der kollek­tive Versuch ein bisschen den Traum von einem anderen und freien Leben schon heute umzusetzen.

Diese selbst­ver­wal­teten und offenen Räume waren natür­lich auch immer Treff­punkte für Menschen, die anders waren und anders leben wollten, und die sich sammelten, um dem „kapita­lis­ti­schen Normal­zu­stand“ ein Schnipp­chen zu schlagen und zum Teil Wider­stand und (inter­na­tio­nale) Solida­rität organi­sierten.

Das ist auch der Grund, warum unsere Räume und Zentren immer wieder angegriffen werden. Ob nun vom Staat oder den Nazis. Nicht nur das AZ in Wuppertal ist tenden­ziell in Frage gestellt. In Griechen­land wurden Anfang des Jahres viele Häuser, wie die Villa Amalia, geräumt und auch das AZ Köln hat seine Kündi­gung vom Gerichts­voll­zieher überstellt bekommen.
Wir werden um unsere Häuser kämpfen, ob in Athen, Köln, Berlin, Lüttich, Wuppertal oder wo auch immer !

Beson­deres Finger­spit­zen­ge­fühl fordert die Situa­tion in Wuppertal ! Hier plant die DITIB-Gemeinde mit Hilfe der Stadt­ver­wal­tung, ausge­rechnet auf dem Grund­stück des AZ’s, einen Moschee-Neubau. Es gilt, sich nicht gegen­ein­ander ausspielen zu lassen. Wir haben kein Problem mit einer liberal orien­tierten, größeren und schöneren Moschee in der direkten Nachbar­schaft… (siehe unsere Stellung­nahme).

Aber wir werden uns gegen die Überpla­nung und Vertrei­bung des AZ’s von der Gathe wehren. Wir fordern daher die DITIB-Moschee auf die Planung zu ändern und offen­zu­legen, und sich unver­züg­lich mit dem Architekt*innen-Team des AZ’s in Verbin­dung zu setzen.

Vor 20 Jahren : Brand­an­schlag von Solingen – kein Vergeben - kein Vergessen !

2013 jähren sich die Morde von Solingen und die Abschaf­fung des Grund­rechts auf Asyl von 1993 zum zwanzigsten Mal. Dem voraus­ge­gangen war eine massive rassis­ti­sche Stimmung(smache). Anfang der 1990er Jahre kamen Nazis, rassis­ti­scher Bürger*innen-Mob und Politiker*innen zusammen ; was dazu führte, dass nicht nur immer wieder (vermeint­liche) Migrant*innen und deren Wohnorte mit mörde­ri­scher Energie angegriffen wurden, sondern auch das Grund­recht auf Asyl abgeschafft wurde. In dieser Stimmung in der frisch verei­nigten Bundes­re­pu­blik wurde, drei Tage nach dem verhäng­nis­vollen Parla­ments­be­schluss, das von türki­schen Migrant*innen bewohnte Haus in der Unteren Werner­straße in Solingen angezündet. Fünf Menschen starben bei dem Anschlag.

Wer heute gegen Nazis auf der Straße kämpft, macht dies im Bewusst­sein, dass die neuen Nazis nicht erst seit der Aufde­ckung der NSU-Morde über Leichen gehen. Wir wissen auch, spätes­tens seit dem Brand­an­schlag von Solingen 1993, dass der Verfas­sungs­schutz und der polizei­liche Staats­schutz Nazistruk­turen schützen und finan­zieren. V-Leute können ungestört „arbeiten“, und wenn diese Nazis Verbre­chen begehen, wird alles dafür tun getan, um die Zusam­men­ar­beit mit den staat­li­chen Behörden zu verschleiern.

Auch in Solingen sind die Verstri­ckungen des Verfas­sungs­schutzes und der Polizei in die Naziszene offen­sicht­lich. So war der Betreiber der Kampf­sport­schule „HakPao”, Bernd Schmitt, Spitzel des NRW-Verfas­sungs­schutzes. Die Kampf­sport­schule diente als Trainings­stätte für die organi­sierte Naziszene, aber eben auch als Treff­punkt für rechts­po­li­ti­sierte Jugend­liche. Es kann festge­stellt werden, dass es die Naziszene in Solingen ohne das Zutun des VS in dieser Stärke vermut­lich nicht gegeben hätte und vielleicht hätte es niemals den Brand­an­schlag gegeben.

Wenn wir uns die Situa­tion in Solingen vor zwanzig Jahren und die „Enthül­lungen” im Rahmen der NSU-Morde anschauen, dann wird erschre­ckend deutlich, dass VS und Polizei konti­nu­ier­lich den Nazis zugear­beitet haben.

Angefangen damit, dass die gewalt­tä­tige Nazistruktur, aus der der NSU sich entwi­ckelte, der Thüringer Heimat­schutz, zeitweise zu einen Drittel aus staat­lich besol­deten Nazis bestand (also VS- oder Bullen­spitzel), über den Besitz des NSU von „offiziell“ falschen Papieren, bis zur Anwesen­heit von VS-Geheim­dienst­lern, an Tatorten der vom NSU verübten Mordserie, sind dort Dinge öffent­lich geworden, die, wenn sie jemand vor November 2011 behauptet hätte, als Verschwö­rungs­theorie gegolten hätten. Übrigens kommt das Mörder*innen-Trio, politisch aus der Zeit der Pogrome Anfang der 1990´er Jahre.

Wenn wir uns in Wuppertal oder generell in NRW das staat­liche Handeln gegen­über Nazistruk­turen anschauen, ist es erlaubt zu befürchten, dass es sich wieder um saftig alimen­tierte Zusam­men­hänge handelt. Ansonsten kann der Unwille der Repres­si­ons­be­hörden klarste Straf­taten von Faschist*innen ernst­haft zu verfolgen nur noch mit tenden­zi­eller Sympa­thie für die Ideologie der Nazis erklärt werden.

Auch das fast schon hilflose Agieren das Staates beim Verbot der Kamerad­schaften in Dortmund, Hamm und Aachen macht stutzig. Die verbo­tenen Kamerad­schaften gründen einfach Kreis­ver­bände der Möchte­gern­partei „Die Rechte“ und machen, eher bestärkt als geschwächt, weiter wie bisher.

Warum sich der Staat so vorführen lässt, bleibt unklar. Aber seit den Pogromen von Rostock–Lichtenhagen und Hoyers­werda, der massiven rassis­ti­schen Hetze, der Abschaf­fung des Grund­rechts auf Asyl und den Brand­an­schlägen von Mölln und Solingen wissen wir, dass der Staat und die Nazis sich durchaus fruchtbar ergänzen können. Die Nazis heizen die Stimmung an und führen den pogrom­be­reiten Mob an, die politi­sche Klasse ändert die Gesetze, zum Nachteil der von Rassismus Betrof​fenen​.Mit Blick nach Solingen vor 20 Jahren, mit Blick auf 10 tote Menschen, ermordet durch den NSU, können wir nur voller Abscheu und Ekel sagen :
Machen wir endlich Schluss mit dem Verfas­sungs­schutz ! Kampf allen Geheim­diensten und Repres­si­ons­be­hörden !

Antifa­schismus kann sich nicht auf den Staat verlassen ! Antifa­schismus ist Handar­beit !

Kampf dem Rassismus !

20 Jahre nach dem rassis­ti­schen Brand­an­schlag in Solingen und der Abschaf­fung des Rechts auf Asyl gilt es um so mehr : Kampf dem Rassismus, gleich ob vom Staat, von den Nazis oder dem rassis­ti­schen Bürger*innen-Mob ! Der Kampf gegen Rassismus ist aktueller den je. Die Refugees, die zurzeit einen begeis­ternden Kampf gegen die rassis­ti­schen Sonder­ge­setze und das Abschot­tungs­re­gime Europas führen, sehen sich mit massiver staat­li­cher Repres­sion konfron­tiert. Das Refugees-Camp in Berlin wurde massiv beläs­tigt, ihre Tour im März in Köln, Neumünster und Karls­ruhe massiv angegriffen und im April wurde das Refugee Strike House in Berlin von Knüppel­trupps der Berliner Polizei mit Hilfe eines SEK gestürmt.

Ein weiterer Schwer­punkt des antiras­sis­ti­schen Kampfes muss die Solida­rität mit Roma und Sinti sein. Sie kommen in das reiche Land Deutsch­land, weil sie die Armut und die rassis­ti­sche Stimmung in ihren Ländern nicht mehr ertragen. In Deutsch­land stoßen sie dann auf rassis­ti­sche Politiker*innen, Arbeits­ver­bote und rassis­ti­sche Bürger*innen-Initiativen an ihren Wohnorten. Dazu kommt die Hetze von Nazis und Rechtspopulist*innen, wie die von pro-NRW.

Still­le­gung aller Atoman­lagen - Sofort und Weltweit ! Kein Castor, keine UAA, keine Rumeierei !

Nach der letzten großen Atomka­ta­strophe in Fukushima wurde durch die schwarz/gelbe Regie­rung zunächst möglich, was immer als nicht umsetzbar darge­stellt wurde : Die ältesten Atommeiler wurden vom Netz genommen - ohne, dass in Deutsch­land das Licht ausging. Einige Zeit später wurde der Ausstieg Deutsch­lands aus der Atomkraft und die sogenannte Energie­wende beschlossen.

So gut das zunächst klingt, so schlecht ist auch weiterhin die Realität.
Beim Umsetzten der „Energie­wende“ wird selbst­ver­ständ­lich größten Wert auf die Vormacht­stel­lung der führenden Energie­kon­zerne gelegt und dafür auf jegli­chen Umwelt­schutz geschissen : Große Offshore-Windparks werden in fragile Ökosys­teme gebaut, verschwen­de­ri­sche Überland-Hochspan­nungs­lei­tungen durch die Landschaft gezogen, Kohle­kraft­werke gebaut, der Hamba­cher Forst für den Kohle­abbau gerodet, und so weiter.
Dazu kommt, dass die deutsche Indus­trie und der deutsche Staat feder­füh­rend beim Ausbau der Atomkraft in aller Welt bleiben. Die Uranan­rei­che­rungs­an­lage (UAA) in Gronau vertreibt weiterhin ihr Gift in alle Welt und die Endla­ger­frage ist immer noch weit von einer Klärung entfernt. Ebenso versu­chen die Verant­wort­li­chen Gorleben, welches als Endlager nur wegen seiner Nähe zur damaligen DDR ausge­wählt wurde, durch weitere Trans­porte zu manifes­tieren.

Strah­lung macht nicht vor Grenzen halt !

In unserer unmit­tel­barer Nähe stehen außerdem ebenfalls Schrott­re­ak­toren, die vor sich hin strahlen. Auch diese dürfen von uns nicht vergessen werden. Als Beispiel sei hier nur das Kraft­werk in Thiange an der Maas genannt. Zwei von drei Reaktoren können schon seit längerem nicht betrieben werden, da die Ingenieur*innen die Fehler nicht behoben bekommen. Dennoch will die Betrei­ber­firma GDF-Suez, übrigens Anteils­ei­gener der Wupper­taler Stadt­werke (WSW), nicht von dem maroden Kraft­werk als gewinn­brin­gendem Strom­erzeuger ablassen.

Energie­kon­zerne enteignen - für eine dezen­trale und ökolo­gi­sche Energie­ver­sor­gung für Alle !
Den Atomstaaten in den Rücken fallen!!

Lieb doch wen du willst ! Sei wie du dich fühlst !

Dass wir noch immer in einem Patri­ar­chat leben und es mit der Gleich­stel­lung von „Mann“ und „Frau“, geschweige denn der von Menschen, welche sich in diese Rollen­muster nicht hinein quetschen lassen wollen oder können, nicht so toll aussieht, wie manche*r gern weisma­chen möchte, wird immer wieder eindrucks­voll bewiesen. Sei es durch die Sexis­mus­de­batte um Rainer Brüderle, durch Unionspolitiker*innen, die Homose­xu­elle eine „schrille Minder­heit“ nennen, denen zu viel Aufmerk­sam­keit geschenkt wird, durch Massen­de­mons­tra­tionen im benach­barten Frank­reich gegen die Einfüh­rung einer „gleich­be­rech­tigten Homoehe“ oder den „Tausend-Kreuze-Marsch in Münster, wird immer wieder deutlich, woher der Wind weht.

Aber auch auf den Straßen, in den Kinder­gärten, Schulen, Familien, Freun­des­kreisen und in der Musik werden diese Sachen klar : es gibt feste Zuschrei­bungen von Eigen­schaften, die ein „Mann“ und die eine „Frau“ zu haben hat. Dazwi­schen gibt es in dieser Vorstel­lung Nichts und darf es Nichts geben. Zu diesen Eigen­schaften, die hinläng­lich bekannt sein dürften, gehört auch, dass mensch sich zu dem jeweils anderen Geschlecht hinge­zogen fühlen muss.
Diese Menschen­bilder durch­ziehen die gesamte Gesell­schaft und sind leider auch in linken Struk­turen zu finden.Dem müssen wir angemessen begegnen. Das heißt auf der einen Seite, dass Veran­stal­tungen wie der „Tausend-Kreuze-Marsch“ oder ähnliche von uns offensiv angegangen werden müssen. Auf der andern Seite müssen wir in Schulen, in der Uni, im Beruf oder im Plenum das Thema immer wieder disku­tieren und uns gegen­seitig bilden.
Kampf dem Patri­ar­chat !

Gegen Sexismus und Homophobie !

Kampf den alltäg­li­chen Zumutungen !

Wenn wir uns die Situa­tion in Griechen­land anschauen, wird deutlich, dass die brutale Absen­kung des Lebens­stan­dards und die völlige Preka­ri­sie­rung des Lebens eben nicht nur zu massivem Wider­stand führen, sondern auch zu einem Erstarken von faschis­ti­schen Parteien und Struk­turen. Dann können wir erahnen, warum Nazi-Struk­turen sich auch in NRW seit Jahren Stück für Stück festigen können.

Das bedeutet, dass wir neben dem notwen­digen, breit aufge­stellten und militanten antifa­schis­ti­schen Kampf den Nazis nicht die soziale Frage überlassen dürfen.
Deshalb müssen wir uns massiv in die Ausein­an­der­set­zungen gegen beschis­sene Arbeits­be­din­gungen und schika­nöse, entwür­di­gende Verhält­nisse in den Job-Centern einbringen und im Zweifel diese eben auch anstoßen.

Von den alltäg­li­chen Zumutungen sind beson­ders Frauen und vermeint­liche Migrant*innen betroffen. Das wird sehr deutlich ‚wenn wir schauen welche Menschen am häufigsten die Drecks­ar­beit machen, welche am häufigsten zum Jobcenter müssen, welche sexis­ti­schen und rassis­ti­schen Belei­di­gungen und Übergriffen im Alltag ausge­setzt sind. Gegen die Nazihetze von der angeb­li­chen „Überfrem­dung“ und von der „Auslän­der­kri­mi­na­lität“ müssen wir Solida­rität unter­ein­ander organi­sieren.

Im Alltag gibt es viel an boden­losen Unver­schämt­heiten, die uns gehörig auf den Keks gehen. Z.B. das hemmungs­lose Krimi­na­li­sieren von „Schwarzfahrer*innen“ oder das Abklemmen des Stroms durch die Strom­kon­zerne, die Energie­preise verlangen, die bald kein Mensch mehr bezahlen kann.

Die Unter­nehmen sind noch so dreist und schieben die Preis­er­hö­hung der halbgaren „Energie­wende“ in die Schuhe. Eine Unver­schämt­heit, wenn wir sehen wie viel Profit durch die lebens­ge­fähr­liche Atomtech­no­logie einge­fahren wird oder durch das sagen­haft umwelt­schäd­liche Verbrennen von Kohle für Strom.

Wir müssen aber gar nicht nur über die vier führenden Energie­kon­zerne RWE, Eon, Vatten­fall und EnBW sprechen. Die Sauereien fangen auch bei den Stadt­werken Wuppertal an. Die WSW sind für das Strom­ab­drehen in Wuppertal verant­wort­lich. Die WSW inves­tieren in co2-Schleu­dern wie das Kohle­kraft­werk Wilhelms­haven.

Am Ende bleibt nur eins : Die WSW zu verge­sell­schaften und eine sinnvolle ökolo­gi­sche dezen­trale Energie­ver­sor­gung zu entwi­ckeln. Nur so kann garan­tiert werden, dass kein Mensch von der Versor­gung mit Strom ausge­schlossen wird. Auch der öffent­liche Nahver­kehr muss anders organi­siert werden. Ein Nahver­kehr, der den Beschäf­tigten und Fahrgästen gleicher­maßen gerecht wird, muss gesell­schaft­lich organi­siert werden. Dass das nur Richtungs­for­de­rungen seien können, ist für uns klar ! Der Kampf für eine völlig andere Gesell­schaft, eine Gesell­schaft der sozialen Gleich­heit und der indivi­du­ellen Freiheit ist nicht nur grund­sätz­lich notwendig, sondern gerade jetzt aktueller den je !

Ach ja, mieser Alltag : In Zeiten, in denen wir kein Geld mehr für Strom, Bus und Bahn haben, sind natür­lich auch Gerichtsvollzieher*innen und Inkas­so­un­ter­nehmen nicht weit. Wir freuen uns natür­lich sehr, dass so viele Gerichtsvollzieher*innen in Wuppertal krank feiern, aber eine Umschu­lung wäre uns lieber und Inkas­so­un­ter­nehmen sollten wir einfach dicht machen !
Kampf den alltäg­li­chen Zumutungen ! Vom ernied­ri­genden Gang zum Jobcenter, über die Plackerei im (Zeitarbeits-)Job, bis hin zu Strom­sperren und Knast wegen „Schwarz­fahren“.

Also Schluss mit dem WSW-Konzern, es sind unsere Stadt­werke !
Nulltarif im Nahver­kehr ! Schluss mit den Strom­sperren !

Darum : Wir sehen uns auf der Straße ! - Kommt nach vorne!!

Wir grüßen die 1.Mai Demos in Hamburg, Olden­burg, Berlin, Frank­furt, Stutt­gart, Nürnberg und Bonn und den Euromayday-Ruhr und alle Menschen auf der Welt, die nicht nur am 1.Mai auf die Straße gehen !

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