Solidarität mit der griechischen Antifa !

Das System ist die Krise. Faschismus ist Teil des Systems.
Spenden­aufruf : Solida­rität mit der griechi­schen Antifa !

Die europäi­sche Politik zur Bewäl­ti­gung der « Krise » ist eine Politik gegen die Menschen. Immer neue, so genannte « Sparhaus­halte » nehmen den Schwächsten das bisschen, was zum Überleben da ist. Sie treffen Einkom­men­schwä­chere, Rentner, Kranke und junge Menschen, sie betreffen überall die Sozial­sys­teme, die Bildung und das Gesund­heits­wesen. Die Rechte aller auf Wohnen, Gesund­heit, Bildung und Teilhabe werden von den Besit­zenden erstmals auch inner­halb der EU offen bestritten.

Nirgendwo lassen sich die Folgen dieser Politik besser feststellen als in Griechen­land, wo die « EU-Troika » bereits seit Beginn des Jahres immer neue Kürzungen vom Nichts einfor­dert. Das untere gesell­schaft­liche Drittel, das noch nie vom System profi­tierte, ist schon längst abgehängt und vergessen. Doch auch die so genannte « Mittel­schicht » ist in kurzer Zeit abgestürzt. Davon profi­tieren in Griechen­land die Nazis der « Chrysi Avgi » («Goldene Morgen­röte»).

Ihr offener Straßen­terror richtet sich vor allem gegen Migranten und Migran­tinnen. Diese stranden in hoher Zahl in den griechi­schen Städten, weil die EU-Politik verhin­dert, dass sie nach Deutsch­land oder Frank­reich weiter­reisen. In der aktuellen Krise bleibt ihnen oft gar nichts mehr zum Leben. Und werden von vielen wirtschaft­lich und sozial Abgehängten als Konkur­renten um immer kleinere Krümel des Krisen-Daseins wahrge­nommen. Auf diesem Boden gedeiht die Hetze der griechi­schen Nazis der « Chrysi Avgi ». Sie flankieren ihren Terror mit rassis­ti­scher Sozial­ar­beit – etwa, wenn organi­sierte Blutspen­de­ak­tionen von « Griechen für Griechen » durch­ge­führt werden, oder faschis­ti­sche Armen­kü­chen Essen nur an Griechinnen und Griechen austeilen. Oft geniessen sie den Schutz der griechi­schen Polizei, die sich nach den Jahren der Militär­junta nie wirklich gewan­delt hat. Nachts gehen Schlä­ger­trupps der « Chrysi Avgi » gemeinsam mit der Polizei auf die Jagd nach « illegalen » Einwan­de­rern. Viele Polizisten, die selber oft nicht mehr als 700 Euro im Monat verdienen, sympa­thi­sieren offen mit den Nazis.

Die einzige Kraft, die Migranten und Migran­tinnen zu schützen versucht, und die sich den Nazis der « Chrysi Avgi » auf der Straße entge­gen­stellt, sind die griechi­schen Antifa­schisten und Antifa­schis­tinnen. Sie versu­chen mit Patrouillen die Menschen zu beschützen – etwa vor Polizei­ope­ra­tionen wie « Xenios Zeu » («gastfreund­li­cher Zeus») bei denen die Beamten gemeinsam mit Nazis brutal Jagd auf alle machen, die nicht « griechisch aussehen ». Immer wieder kommt es dabei auch zu Festnahmen und Übergriffen auf Aktivis­tinnen und Aktivisten der Antifa.

Wir erfahren oft nur von den krassesten Fällen. Beispiels­weise vom Überfall auf eine antifa­schis­ti­sche Motor­rad­pa­trouille am 30.09. in Athen, bei der die Öffent­lich­keit über « Xenios Zeu » infor­miert und schüt­zende Präsenz in Straßen gezeigt werden sollte. Nachdem die Patrouille auf Nazis traf, begannen Polizei­ein­heiten der Delta-Truppen die Demo anzugreifen, wobei einige Antifa­schisten und Antifa­schis­tinnen schwer verletzt wurden. 15 von ihnen wurden festge­nommen. Eine Solida­ri­täts­de­mons­tra­tion am darauf­fol­genden Tag wurde ebenfalls angegriffen. 25 Antifa­schis­tinnen und Antifa­schisten wurden verhaftet, vier blieben mehrere Tage in Haft. Sie berich­teten nach ihrer Freilas­sung von Gewalt­ex­zessen und Folter im Polizei­re­vier. Sie berich­teten auch von anderen, die im Knast seit Monaten einfach in der Unter­su­chungs­haft « vergessen » werden.

Wenige Tage später wurden mehrere Genos­sinnen und Genossen in Patras festge­nommen, nachdem es tagelang Ausein­an­der­set­zungen mit Polizei und « Goldener Morgen­röte » gegeben hatte. Noch immer sitzen vier von ihnen in Haft. Ihnen wird « versuchter Mord » vorge­worfen. Ein haltloser Vorwurf, der nur durch Zeugen­aus­sagen von Nazis der « Chrysi Avgi » belegt wird, die an den Ausein­an­der­set­zungen betei­ligt waren. Staat und Faschisten gewähren sich gegen­sei­tigen Flanken­schutz. Der eine überzieht Antifa­schisten und Antifa­schis­tinnen mit haltlosen Prozessen, knastet sie willkür­lich ein und mißhan­delt sie, die anderen machen die dazu passenden Aussagen.

Die « Chrysi Avgi » verfügt scheinbar über unbegrenzte finan­zi­elle Möglich­keiten – es errei­chen uns jetzt Berichte von neu gegrün­deten Ablegern in Spanien, die über immenses « Start­ka­pital » verfügen. Im Gegen­satz dazu steht die griechi­sche Antifa finan­ziell inzwi­schen mit dem Rücken zur Wand. Es wird immer schwie­riger, von Prozessen Bedrohten und willkür­lich Einge­sperrten juris­ti­sche Hilfe zu finan­zieren und die enormen Prozess­kosten zu tragen. Die Kosten des juris­ti­schen Feldzug des griechi­schen Staates gegen die Antifa sind sehr hoch und müssen von den Betrof­fenen vielfach selbst getragen werden : Nur für die Vorfüh­rung beim Haftrichter mussten die Gefan­genen von Athen inner­halb von vier Tagen rund 15.000 Euro aufbringen.

Einige Gruppen und Initia­tiven aus Wuppertal, Düssel­dorf und dem Ruhrge­biet, darunter auch das so_ko_wpt, wollen konkrete solida­ri­sche Hilfe zeigen. Wir beginnen deshalb mit einer Spenden­kam­pagne, mit der wir den griechi­schen Genossen und Genos­sinnen wenigs­tens in ihren juris­ti­schen Kämpfen etwas beistehen können.

united we stand - devided we fall – spread the word !

Wir fordern alle antifa­schis­tisch denkenden Menschen auf, mit einer Spende den antifa­schis­ti­schen Abwehr­kampf in Griechen­land zu unter­stützen ! Er wird für uns alle geführt !


Rechts­hilfe Wuppertal

Kto​.No. 18 371 602
BLZ 43060967
GLS-Bank
Stich­wort „Louk”

Die Verwen­dung der Gelder wird von uns persön­lich organi­siert. Wir bemühen uns um Hilfe da, wo sie am nötigsten gebraucht wird. 
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