Zweites w2wtal-Frühstück mit Geflüchteten

Am Sonntag, den 15.3. findet im ADA in der Wiesen­straße das zweite Kennen­lern-Frühstück für und mit Refugees von welcome to wuppertal (w2wtal) statt (Beginn : 11 Uhr). Ein zehnspra­chiger Einla­dungs­flyer wird seit einer Woche an ausge­wählten Orten ausge­legt und verteilt :

Aus dem Flyer

for other languages (arabic, farsi, french, english, turkish, russian, romanes, romanian, macedo­nian, serbian): please follow this link : w2wtal - invita­tion in 10 languages

Hallo !

Ihr seid neu in Wuppertal angekommen, oder auch schon länger hier ?
Ihr seid Flücht­linge ?

Wir – welcome to wuppertal (w2wtal) – möchten euch kennen­lernen !

Wir sind Wupper­ta­le­rinnen und Wupper­taler, die etwas gegen die Isola­tion von Fücht­lingen unter­nehmen wollen. Wir glauben, dass wir Ausgren­zung und Rassismus nur zusammen überwinden können und wir sind vollkommen unabhängig von Behörden organi­siert, weil wir meinen, dass das deutsche Asylsystem die Isola­tion absicht­lich herbei­führt.

Wir wollen mit Menschen die neu in Wuppertal sind solida­risch sein ; also mit Flücht­lingen und Menschen ohne Aufent­halts­pa­piere, die hier noch nicht viele Kontakte haben und sich nur wenig auskennen.

Wir möchten unser Wissen über die Stadt teilen : Wie (über)lebe ich in Wuppertal ? Wie komme ich billig von Barmen nach Elber­feld oder Vohwinkel ? Wo finde ich gute Leute, günstiges Essen oder einen Tee, ohne rassis­tisch angemacht zu werden ? Gibt es Kultur oder Sport kostenlos ? Wo finde ich vielleicht einen Job ? Kann ich auch ohne Papiere irgendwo deutsch lernen ?

Wir sind keine Exper­tInnen und auch keine karita­tive Organi­sa­tion. Was wir anbieten können, ist mit euch gemeinsam eine Basis für Selbst­or­ga­ni­sa­tion zu schaffen, z.B. durch einen am Leben im Alltag ausge­rich­teten und selbst­or­ga­ni­sierten Sprach­un­ter­richt und durch Öffnung unserer Freun­des­kreise und Netzwerke.

Jeden 3.Sonntag im Monat ab 11 Uhr frühstü­cken wir ab 11 Uhr gemeinsam im ADA ; dabei können wir uns kennen­lernen. Ihr seid herzlich einge­laden. Ankün­di­gungen gibt ein paar Tage vorher auch bei Facebook. Wir sprechen Englisch, Franzö­sisch, Spanisch, Türkisch und Rumänisch. Für andere Sprachen können wir Überset­zungen organi­sieren, fragt uns über E-Mail oder Facebook.

Das ADA ist in Elber­feld (Wiesen­straße 6, Ecke Gathe). (Busli­nien 647, 645, 635, 628, 620 bis Halte­stelle « Gathe»)

Artikel teilen

Eulen nach Athen tragen… - ein Disclaimer

Eulen nach Athen tragen…: eine Debatte um Syriza, Troika & Co. Wie schätzen wir die Entwick­lungen nach dem Wahlsieg Syrizas in Griechen­land ein ? Müssen wir uns irgendwie verhalten ? Und wenn ja, wie ?

owl

Neben dem Sack Reis sind die nach Athen getra­genen Eulen wohl die am häufigsten bemühten Objekte deutscher Floskeln. Was hinter der Redensart steckt, können aber wohl nur ähnlich wenige erklären wie die Zusam­men­hänge der griechi­schen Krise. Umgangs­sprach­lich stehen die Vögel für eine überflüs­sige Mühe. Für ihren antiken Ursprung gibt es bei Wikipedia zwei mögliche Erklä­rungen : Entweder war ursprüng­lich die durch einen Stein­kauz symbo­li­sierte Klugheit gemeint, die durch die Schutz­göttin Athene in Athen jedoch bereits behei­matet gewesen sein soll, sodass an Ratschlägen von außen kein Bedarf bestand, oder es bezog sich auf die auf Drachmen geprägten Eulen. Demnach war es nutzlos, Geld in die Stadt zu tragen, weil es „an Eulen nie mangeln (wird)“, wie Aristo­phanes schrieb – wohlge­merkt : es ging um Drachmen.

Uns scheinen die Eulen in jedem Fall das passende Leitmotiv einer kleinen Debatte zu sein, die sich mit einer links­ra­di­kalen Haltung zu Syriza, der Troika und den Notwen­dig­keiten, sich zu positio­nieren beschäf­tigt, egal, ob es im alten Athen um nutzlose Ratschläge oder um nutzloses Geld ging. Passend auch, weil das Unter­fangen auf den ersten Blick durchaus überflüssig erscheint. Die Entwick­lungen in der Krisen­er­zäh­lung Europas sind sicher von vielem abhängig, aber ganz sicher nicht davon, wie sich die Reste einer radikalen deutschen Linken zu ihr positio­nieren ; außerdem veröf­fent­li­chen derzeit doch fast alle irgendwas dazu, und vieles davon liest sich eigent­lich auch ganz klug. Warum wollen wir es dann dennoch tun ?

Weil wir als kleine Gruppe in der Beurtei­lung dessen, was wir vom Wahlsieg Syrizas erwarten, und wie uns das fordern könnte, was wir eben erwarten, ebenso uneinig sind, wie die Linke in der veröf­fent­lichten Debatte insge­samt. Weil wir uns eine eigene Perspek­tive erhoffen – begründet auf der Tatsache, dass wir ursprüng­lich speziell mit Bezug auf das Troika-Regime und den Wider­stand in Griechen­land den Fokus von einer meist lokalen auf die inter­na­tio­nale Ebene gerichtet hatten ; was damals, 2012, eine regio­nale Mobili­sie­rung zum ersten « Blockupy»-Versuch und auch den Impuls, lokales Engage­ment mit Trans­na­tio­nalem zu verknüpfen nach sich zog. 2015 konnten wir bisher noch keine gemein­same Haltung zu den für den 18.März geplanten Protesten gegen die EZB-Eröff­nung in Frank­furt finden – dabei spielen die 2012 gemachten, ambiva­lenten Erfah­rungen eine Rolle, aber auch eine in den letzten drei Jahren geschärfte Wahrneh­mung der Krisen­po­litik. Manches, was seiner­zeit geschrieben wurde, würde heute anders beurteilt. Der Wahlsieg von Syriza und die anschlie­ßende allsei­tige Insze­nie­rung auf der Brüsseler Bühne bieten uns jetzt eine gute Gelegen­heit, die verän­derten Wahrneh­mungen einmal zu konkre­ti­sieren und uns auch grund­le­gen­dere Fragen zu stellen.

Wie halten wir es beispiels­weise mit dem Parla­men­ta­rismus und mit den stetigen - oft frustrie­rend endenden - Versu­chen, system­im­ma­nent was zu verän­dern ? Welche Priori­täten setzen wir ? Ist es wirklich nötig, sich angesichts eigener Schwäche zunächst mit « kleinen Erfolgen » zu begnügen, oder ist es nicht vielmehr genau jetzt notwendig, neue Sabota­ge­stra­te­gien zu entwi­ckeln, die gar nicht erst auf das Ringen um gesell­schaft­liche Mehrheiten setzen ? Wo ließe sich da ansetzen ? Und wie schätzen wir dann Mobili­sie­rungen wie die zum 18.3. nach Frank­furt ein ? Und welche Strate­gien wären aus unserer lokalen Perspek­tive überhaupt umsetzbar ?

Unter der Überschrift « Eulen nach Athen tragen…» werden wir versu­chen, in loser Folge Einzel­mei­nungen dazu veröf­fent­li­chen. Auf eine gute Debatte ! Jamas !

Artikel teilen