Mein Name ist Mensch

Flücht­linge verschie­dener Natio­na­li­täten berichten über ihre Erfah­rungen als „Asylanten” in Deutsch­land. Auf der anderen Seite wird von Vertre­tern des Auslän­der­amtes die behörd­liche Sicht­weise angespro­chen. Die Inter­views sind nach unter­schied­li­chen Themen­blö­cken geordnet.

Deutscher Jugend­vi­deo­preis 1992
Jurybe­grün­dung : „Mein Name ist Mensch” ist eine sachlich fundierte Aufar­bei­tung der Asylpro­ble­matik. Die „Antifa­schis­ti­sche Gruppe Wuppertal” bedient sich kompe­tent der Mittel herkömm­li­cher Dokumen­ta­tionen. Am Schicksal von Roma-Familien wird die Misere von Auslän­der­feind­lich­keit und unzurei­chender Adminis­tra­tion verdeut­licht. Die Autoren der Dokumen­ta­tion beziehen deutlich Stellung in ihrer engagierten Ausein­an­der­set­zung mit diesem brisanten gesell­schaft­li­chen Thema.

Die Inter­na­tio­nale Gruppe im Haus der Jugend Bergstraße setzte sich aus Jugend­li­chen verschie­dener Natio­na­li­täten zusammen. Die Idee zur Entste­hung der Gruppe war, die Auslän­der­feind­lich­keit und neona­zis­ti­sche Tendenzen zu thema­ti­sieren und mögliche Aktivi­täten gegen diese gesell­schaft­li­chen Erschei­nungen zu entwi­ckeln. Im Rahmen dieser Arbeit entstand der Film zum Thema Asyl.
Gesamt­länge 40 Min.

Artikel teilen

Die WN vom 03.07.1993

 
Inzwi­schen liegt die dritte Ausgabe der „Wupper Nachrichten” nach dem Brand­an­schlag von Solingen in unserem Online-Dossier vor. Die Zeitung, die am 03.Juli 1993 erschien – also fünf Wochen nach dem Brand – beschäf­tigt sich noch immer intensiv damit. Im Mittel­punkt dieser Ausgabe stehen die gesell­schaft­li­chen Folgen des Nazi-Anschlags.
Dabei geht es in zwei Artikeln ausführ­lich um die in Wuppertal damals entstan­denen, selbst­or­ga­ni­sierten Nachbar­schafts­ko­mi­tees, aber auch um politi­sche Konse­quenzen, die damals gefor­dert und verspro­chen, aber niemals umgesetzt wurden. Auch die Vision einer „nicht­völ­ki­schen Staat­lich­keit” von Knut Unger erfüllte sich leider nicht. Im Gegen­teil : Der CDU unter Roland Koch gelang es einige Zeit später, mithilfe einer unerträg­li­chen rassis­ti­schen Kampagne sogar das Vorhaben einer doppelten Staats­bür­ger­schaft zu kippen.
Sehr inter­es­sant auch die persön­liche Einschät­zung von Öndar Erdem, der einen sehr kontro­versen und emotio­nalen Blick auf die Reaktion der türki­schen (und deutschen) Linken nach dem fünfa­chen Mord in Solingen wirft. Öndar legt Wert darauf, dass er heute eine etwas andere Sicht hat. Wir möchten die damalige Einschät­zung dennoch im Dossier dokumen­tieren. Eine aktuelle Sicht auf das damalige Geschehen ist bei Öndar angefragt.
Schließ­lich haben wir auch eine Meldung zu einem damals geplanten Abschie­be­knast in Wuppertal-Barmen einge­fügt. Damit wollte sich die Stadt auf die Verän­de­rungen nach dem geänderten Asylrecht vorbe­reiten. Während sich die ÖTV (die damalige Gewerk­schaft des öffent­li­chen Dienstes) haupt­säch­lich um ihre Gefäng­nis­wärter besorgt zeigte, ist das State­ment des seiner­zei­tigen NRW-Justiz­mi­nis­ters Krumsiek (SPD) ein Lehrstück in Sachen kaltem Zynismus.
Zum Online-Dossier

 

Artikel teilen